Spielzeit 2025/26, 1. Regionalliga, Zone A
7. Runde: SKKB 1 – Valais 2 4.5 : 1.5
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Igor Yarmonov (w) | 2334 | – | François Perruchoud | 1866 | 1 : 0 |
| 2 | Hansjürg Känel (s) | 2231 | – | Pierre Perruchoud | 1905 | 0.5 : 0.5 |
| 3 | Mike Jäger (w) | 2115 | – | Christian Favre | 1825 | 1 : 0 |
| 4 | Jörg Brauchli (s) | 1929 | – | Vadim Bonjour | 1778 | 0 : 1 |
| 5 | Nahom Demoz (w) | 1805 | – | Noe Koehler | 1656 | 1 : 0 |
| 6 | Marc Tillmann (s) | 1933 | – | Jean-Christophe Putallaz | 1717 | 1 : 0 |
Verdienter Sieg zum Saisonabschluss
In der letzten Runde der SGM hatten wir die Mannschaft von Valais 2 zu Gast. Wir starteten mit drei Siegen in die Begegnung, was uns schon lange nicht mehr gelungen war. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir an allen Brettern über ein deutlich besseres Rating verfügten.
Den ersten Punkt fuhr Igor für uns ein. In einer offenen Stellung hatte sein Gegner Kompensation, verrechnete sich aber und spielte in folgender Position
den unvorsichtigen Zug 13. … Dxa2. Der Spring auf c2 steht sehr wackelig und durch das energische 14. g4 kann Schwarz nur eine der beiden Leichtfiguren behalten. Schwarz fand noch die beste Fortsetzung 14. … Sxe3 15. fxe3 Lxg4, aber nach 16. Dd2 17. Txc8 Txc8 18. Tc1 Txc1 19. Dxc1 war die Partie nur noch ein Spiel auf ein Tor. Den technischen Teil realisierte Igor gewohnt souverän und wir lagen 1-0 in Führung.
Erstaunlich früh war dieses Mal auch Mike mit seiner Partie fertig. Dem Nachziehenden gelang es hier nie wirklich, die Entwicklung seines Damenflügels abzuschliessen.
Der Bauer auf b5 nimmt dem Springer auf b8 die Felder a6 und c6, dennoch plant Schwarz hier mit f6 und Df7 Gegenspiel gegen c4 zu organisieren. Es folgte 26. Lb2 axb5 27. axb5 Df8 28. f4 f5? und nach diesem Zug ist Schwarz schon verloren. Auf 29. exf5 Dxf5?! 30. Te1 Df7?? folgte 31. Txe6 Te7 32. Tde3 und Aufgabe.
Noch einen Zähler zu unserem Punktekonto steuerte kurz darauf Marc bei. In einer dynamisch ausgeglichenen Position griff sein Gegner fehl, erlaubte zu viel Aktivität und geriet unter die Räder:
Weiss steht sehr passiv, aber auch Schwarz muss aufpassen, den a-Bauern nicht zu leichtfertig aufzugeben, da sonst die beiden verbundenen Bauern am Damenflügel sehr gefährlich wären. Es folgte aber das unvorsichtige 29. Tc1? (die Deckung von f2 darf Weiss nicht aufgeben, 29. h5 wäre ein deutlich besserer Versuch gewesen) 29. … Tdd2 30. Txa6 Txf2+ 31. Kh3?? (der König muss auf die Grundreihe zurück, hier wird er zum Angriffsziel) 31. … Th2+ 32. Kg4 Tbf2 33. Tc7+ Kf6 und um das Matt zu verhindern müsste entscheidender Materialnachteil in Kauf genommen werden. Daher gab Weiss auf und wir führten 3-0.
Die Partie von Jörg kann man ggf. mit ein wenig chaotisch beschreiben. Weiss stand in der Eröffnung beinahe auf Gewinn, patzte dann aber und verlor eine Figur. Mit nun entscheidendem Nachteil versuchte er noch zu tricksen, und mit ein wenig „Hilfe“ konnte er auch einige der schwarzen Bauern „abstauben“. So kam es zu dieser Position:
Objektiv ist die Stellung wohl ausgeglichen. Die Bauern drängen den schwarzen König schön ab und der Läufer kann sie allenfalls aufhalten. Es folgte nun 47. Kg3 Lc3 48. Kf3 Kh4. Mutig, mutig, aber auch das sollte noch Remis sein, wirkt aber schon sehr riskant. Jetzt greift Weiss fehl und patzt mit 49. f6?? wonach Schwarz auf einmal mit 49. … Kh5 gewinnen sollte. Auf 49. … h5 allerdings kam 50. f7 Lb4 51. e6 Le7?? und Schwarz revanchiert sich mit dem entscheidenden Fehler. Die Varianten sind alle lang und kompliziert. Der Unterschied besteht darin, ob Weiss den Zug f6 mit Angriff auf den Läufer spielen kann, und welche Dame nach gleichzeitiger Umwandlung aktiver steht. In der Partie kam es aber nicht zum Wettlauf der Bauern, sondern 52. Ke4 Kg4 53. Ke5 h4 54. f5 Kg5 55. f6! Lxf6+ 56. Kd6 und Weiss gewinnt. Ein sicherlich sehr interessantes Endspiel.
Den Mannschaftssieg stellte dann Hansjürg sicher. In seiner Partie kam er zwar nie zu nennenswertem Vorteil, aber der halbe Punkt kam uns gerade recht.
Den Abschluss bildete Nahoms Partie. Hier spielte er fast schon kaltblütig auf den schwachen d-Bauern seines Gegners, tauschte hierzu viele Figuren, um dann in einem Turmendspiel erst den Bauern abzuholen und später dann auf seinen c-Bauern zu setzen. Die technische Umsetzung war vorbildlich und schliesslich musste sein Gegner das Handtuch werfen, da er die Entstehung einer neuen Dame nicht verhindern konnte. Ein gelungener Einstand und der Punkt zum 4,5-1,5 Endstand.
Im Anschluss hatten wir noch unser Znacht im Dörfli, in dem wir auch unsere Spiele bestreiten durften.
Insgesamt ein sehr ordentliches Saisonergebnis. Allerdings bleibt nicht wirklich Zeit zum Ausruhen, denn schon nächstes Wochenende geht es mit der ersten Runde der SMM weiter.
6. Runde: Neuchâtel 1 – SKKB 1 1.5 : 4.5
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Roland Hauser | 2033 | – | Igor Yarmonov (s) | 2334 | 0 – 1 |
| 2 | Roman Tkhoruk | 2027 | – | Mike Jäger (w) | 2115 | 0.5 – 0.5 |
| 3 | Eyad Abou-Allam | 1929 | – | Sandor Kaszas (s) | 1995 | 0 – 1 |
| 4 | Patrick Hasler | 1942 | – | Marc Tillmann (w) | 1933 | 0 – 1 |
| 5 | Iveta Walther | 1752 | – | Michael Weber (s) | 1885 | 0 – 1 |
| 6 | Samuel Liengme | 1544 | – | Jörg Brauchli (w) | 1929 | 1 – 0 |
Hoher Sieg in Neuchâtel
Unser letztes Auswärtsspiel in der aktuellen SGM führte uns nach Neuchâtel. Etwas glücklich für uns trat die gegnerische Mannschaft nicht in Bestbesetzung an. Die Chance liessen wir nicht ungenutzt und konnten am Ende ziemlich deutlich gewinnen.

Der Start in die Begegnung war erst einmal ein wenig unglücklich. Jörg hatte in einer taktischen Stellung erst einen Bauern verloren, diesen dann wieder gewonnen, dann wieder einen verloren. In dann schon schlechterer Stellung hatte er einen totalen Blackout
Nach 30. Sc4 (oder Sc8) ist die weisse Stellung zwar bescheiden, aber vielleicht kann man noch ein wenig schummeln. Allerdings muss man schon darauf reagieren, dass der Sd6 angegriffen ist. Mit 30. Lc4?? funktioniert das jedoch nicht, und nach 30. … Dxd6 gab Weiss sofort auf.
Den direkten Ausgleich schaffte Marc. In einer schönen Angriffspartie fand sein Gegner am Ende nicht die korrekte Verteidigung, öffnete gar die g-Linie und der Schlussakkord ist sehr sehenswert:
Schwarz schätzt die Stellung hier völlig falsch ein, die Öffnung der Linien bringt ihn direkt in arge Schwierigkeiten: 17. … f5 18. gxf5 gxf5 19. Tg2 fxe4 20. fxe4 Lxh4 21. Txh3 Sba6 22. Thg3 Tg8 23. Lg4 und Weiss dominiert am Königsflügel. Es folgte 23. … Taf8 24. Lf5+ Kh8 25. Tg6 Tf6? 26. Dxh6+! und das Damenopfer entscheidet die Partie. Ein schöner Sieg und es stand 1 – 1.
Kurz darauf konnte Sandor einen weiteren Punkt für uns beisteuern. In einer sehr verwickelten Stellung verlor sein Gegner den Faden:
Schwarz steht schon auf Gewinn, doch Weiss versuchte noch einen „Trick“: 24. d5 Sxd5 25. Sd4 Lc5 26. axb5 axb5 27. Df3 Sxc3 28. Dxc6 Lxc6 29. Le3 Lxd4 30. Te1 Lxe3+ 31. Texe3 Sd5 32. fxe6 (auf diese Drohung gegen h7 hatte Weiss schon lange spekuliert, aber sie bringt nichts ein) 32. … g6 33. Teg3 Sf4 und Weiss streckte die Waffen. Eine sehr schöne Abwicklung und die 2 – 1 Führung für uns.
Ruhiger ging es in Mikes Partie zu. Nachdem er in der Eröffnung eine vielversprechende Option nicht genutzt hat, kam sein Gegner mit Schwarz zu einer aktiveren Position, aber etwas Entscheidendes war nicht in Sicht:
Schwarz spielte hier 18. … Tc1, wonach Weiss aufpassen muss, durch Dc5 und Drohungen auf der Grundreihe nicht den Läufer auf a1 zu verlieren. Es folgte 19. g4 Txf1 und nun entschied sich der Nachziehende, nicht auf Verwicklungen zu spielen sondern wählte mit 20. … Sh7 21. Dxe7 Lxe7 den Übergang in ein Leichtfiguren-Mittelspiel. Es gibt keine wirklichen Schwächen, auf die man spielen kann, und so einigte man sich nach ein paar weiteren Zügen unspektakulär auf Remis.
In den beiden noch laufenden Partien standen wir gut bis sehr gut, und Michael stellte mit seinem Punktgewinn den Mannschaftssieg sicher:
Der entfernte Frei- und Mehrbauer auf der a-Linie sollte die Partie entscheiden, allerdings darf man sich nicht zu viele Bauern abtauschen lassen, um der Gefahr eines Endspiels mit Randbauern und falschem Läufer auszuweichen. Den technischen Teil spielte Michael aber fehlerfrei: 35. Kg2 a4 36. Kg3 a3 37. Lb3 g5 38. h4 h6 39. hxg5 hxg5 40. f3 e3 41. d5 Kf8 und die nunmehr beiden Freibauern entscheiden. Zwischenstand: 3,5 – 1,5 für uns.
In der letzten Partie „massierte“ Igor seinen Gegner schon eine ganze Weile. Schwarz hatte klar die besseren Perspektiven, aber Weiss konnte sich noch verteidigen. Nach der Zeitkontrolle, und bei etwas aufkommenden Tumult im Saal, weil in der Parallelbegegnung ein ungültiger Zug geschehen war und sich das Einstellen der Uhren schwieriger gestaltete, geschah in folgender Position
48. … Dd5 49. Le1? Danach kommt Schwarz in Vorteil und die Umsetzung ist sehr sehenswert: 49. … c4 50. b4 c3 51. Lxc3 Da2+ 52. Lb2 Da4+ 53. Kb1 Dxb4 54. Dc2 Sc5 55. Dd1 De4+ 56. Ka2 Dd5+ und nach dem Damentausch ist das Endspiel für Schwarz leicht gewonnen. Souverän gespielt und am Ende ein deutlicher 4,5 – 1,5 Erfolg für uns.
Auf der Heimreise taten wir uns dann noch an von Igor mitgebrachtem gutem Tee und Kuchen gütlich – und dieses Mal hatten wir es uns sogar verdient!
Mike Jäger / ML
5. Runde: Valais 3 – SKKB 1 3 : 3
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Flavien Sola | 2137 | – | Mike Jäger (s) | 2115 | 1 – 0 |
| 2 | Jean-Michel Paladini | 1961 | – | Hansjürg Känel (w) | 2231 | 0 – 1 |
| 3 | Pierre-M. Rappaz | 1967 | – | Igor Yarmonov (s) | 2334 | 0.5 – 0.5 |
| 4 | Xavier Eggel | 1936 | – | Sandor Kaszas (w) | 1995 | 0 – 1 |
| 5 | Jeremy Duc | 1799 | – | Jörg Brauchli (s) | 1929 | 0.5 – 0.5 |
| 6 | Yves Roduit | 1918 | – | Marc Tillmann (w) | 1933 | 1 – 0 |
Mühsames Unentschieden in Sion
Zur fünften Runde der SGM begrüsste uns das Wetter im Wallis sehr freundlich und fast warm, aber an den Brettern ging es weniger sonnig zu. Wertungsmässig überlegen holten wir aus diesem Umstand gerade so einen Mannschaftspunkt heraus.
Der Start liess sich noch gut an. Sandors Gegner opferte einigermassen unbegründet eine Qualität und konnte dafür im Rest der Partie nie ausreichend Kompensation vorweisen.
Nach dem weissen 12. Sxe5 folgte 12. … Txc3? 13. bxc3 dxe5 hatte Schwarz nicht ausreichend Spiel gegen die schwachen Bauern am Damenflügel. Am Ende konnte Sandor den vollen Punkt nach Hause fahren und wir lagen 1-0 in Führung.
Jörg spielte wie gewohnt offensiv, besass zwar das Läuferpaar aber musste lange einem Minusbauern hinterherlaufen. Interessant ist hier das Ende der Partie.
Schwarz spielte 32. … Ld6 und der Bauer auf h2 ist nicht mehr zu retten. Damit ist das materielle Gleichgewicht wiederhergestellt. Nach 33. Ke4 Lxh2 34. Lg8 h6 35. gxh6 gxh6 36. Sf5+ hätte der Nachziehende mit 36. … Kg6 sogar Vorteil gehabt und weiterspielen können. Das in der Partie gespielte 36. … Lxf5+ ergibt hingegen ein absolut ausgeglichenes Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Daher einigte man sich auf die Punkteteilung.
Auch offensiv, aber deutlich unglücklicher agierte Marc (mit Weiss). In der Eröffnung entstand eine wilde Stellung, in der Schwarz wohl ein wenig besser steht.
Aber nun unterlief ihm der Fehler 12. … f6? und danach sollte Weiss aufgrund der Schwäche des Le7 gewinnen können (13. 0-0 nebst Te1, und falls irgendwann der Springer auf g5 genommen wird, schlägt der Läufer zurück und greift auch noch e7 an). Es folgte aber 13. Sh3 d5 14. 0-0 0-0 und auch wenn Weiss in der Folge noch Angriff besass, so verteidigte sich Schwarz korrekt und gewann die Partie dank seiner starken Zentrumsbauern.
Eine solide Partie spielte Hansjürg, der sich erst einen Zeit- und dann einen Stellungsvorteil erspielt hat. Als es auf die Zeitkontrolle zuging, konnte er schliesslich die Partie zu seinen Gunsten entscheiden.
Eine ganz furchtbare Partie spielte Mike (mit Schwarz). In der Eröffnung wählte er eine scharfe Variante, die bei korrektem Spiel wohl ausgeglichen ist. Dafür muss man sie aber kennen. Das war nicht der Fall, er musste eine Figur für 2 Bauern geben und stand eigentlich lange auf Verlust. Dank einiger Ungenauigkeiten von Weiss kam es zu folgender Position:
Gemäss Rechner ist die Position ungefähr ausgeglichen. Mit wenig Zeit und durch das Verteidigen wohl ungeduldig, spielte Schwarz nun 20. … e3, was zumindest aktiv aussieht. Danach werden aber die Schwächen am Königflügel entscheiden, was Weiss konsequent ausnutzte: 21. Dxd5 exf2+ 22. Kxf2 Txd5?! 23. Tg1 und „der Laden fliegt auseinander“. 23. … f6 24. exf6 gxf6 25. Tg6 und nach einigen weiteren Zügen war es Zeit aufzugeben. Damit stand es 2,5 – 2,5.
Die letzte Partie spielte Igor. Vielleicht ein wenig zu ambitioniert spielte er am Damenflügel auf, musste eine leicht schlechtere Position verteidigen und erst kurz vor der Zeitkontrolle konnte er die Stellung ausgleichen. Mit Rechnerunterstützung hat man im Nachhinein auch leicht reden…
Sein Gegner hatte schon Remis angeboten, aber im Sinne der Mannschaft spielte Igor weiter. Dieser Kampfgeist hätte sich fast noch gerächt, denn nach 36. … a2 37. Tc1 Sb6 38. Ta1 Db4 39. exd5 exd5 40. Dc2 Da3 garantiert die Stellung zwar ein sicheres Unentschieden, mehr aber auch nicht. Nach der Folge 41. Kh2 h4 42. gxh4 Dd6+ 43. Kg1 Db4? steht auf einmal Weiss auf Gewinn. Es folgten noch ein paar Züge, aber zu unserem Glück begnügte sich Weiss trotz Vorteils mit der Punkteteilung, und so kam es zum Endstand von 3 – 3.
Glücklich können wir mit dem Ergebnis wohl nicht sein, aber es hätte auch noch schlimmer kommen können. Insofern, Schwamm drüber und hoffen wir, dass wir unsere Fehler in dieser Saison nun alle gemacht haben.
Mike Jäger / ML
4. Runde: SKKB 1 – Fribourg 1 2 : 4
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Mike Jäger (w) | 2115 | – | Sylvain Julmy | 2160 | 0 : 1 |
| 2 | Marc Tillmann (s) | 1933 | – | Vinzenz Tremp | 2039 | 0 : 1 |
| 3 | Hansjürg Känel (w) | 2231 | – | Jean Mettraux | 1969 | 1 : 0 |
| 4 | Igor Yarmonov (s) | 2334 | – | Thierry Bonferroni | 1976 | 1 : 0 |
| 5 | Sandor Kaszas (w) | 1995 | – | Joseph Edoecs | 2022 | 0 : 1 |
| 6 | Jörg Brauchli (s) | 1929 | – | Bernard Deschenaux | 1968 | 0 : 1 |
Miserabler Start ins 2026
In der vierten Runde der SGM 2025/26 lief nicht viel für uns zusammen, am Ende steht eine auch in der Höhe „verdiente“ Niederlage.
Wir gerieten ziemlich früh in Rückstand, da Marc in seiner Partie arg unter die Räder kam.
Marc selbst meinte, dass man nach 17. … c4 noch weiterspielen könnte. Aber nach 17. … Lb7 hat Schwarz schon arge Probleme. Weiss nutzte den Stellungsvorteil aus und nach 18. Dd3 h6 19. Ld2 Tec8 20. Sc4 La8 21. e5 dxe5 22. d6 Dd8 23. Lxa8 Txa8 24. fxe5 Se8 25. Dd5 war es an der Zeit aufzugeben. Damit lagen wir 0 – 1 zurück.
Ein wenig später konnte Hansjürg in seiner Partie für uns den Ausgleich erzielen. Igor setzte sogar noch einen drauf und brachte uns in Führung. In einer eher ruhigen Positionspartie hielt sein Gegner lange Zeit dagegen, in folgender Stellung unterlief ihm aber ein kapitaler Fehler:
Nach 31. Df1 sollte die Stellung noch spielbar sein, aber 31. Lc4+ brachte Weiss auf die Verliererstrasse. Nach 31. … Kg7 32. Df2 De7 folgte der zweite Fehler, nämlich 33. Kf1??. Nun ist die Partie sofort verloren, da die Mattdrohungen nach 33. … De4 nur unter hohem Materialverlust zu vermeiden sind. Es folgte noch 34. Dg2 Tf3+ 35. Kg1 De3+ 36. Kh1 Tf2 und Aufgabe von Weiss. Wir führten mit 2 – 1, aber mehr Punkte sollten wir auch nicht mehr erzielen.
Mike spielte die Eröffnung ganz brauchbar, machte dann mit 20. f4 einen strategischen Fehler, der zu viele Felder schwächte, und es kam zu folgender eher traurigen Position:
Es folgte 29. … Tc1 30. Tc2 Txc2 31. Sxc2 Tc8 32. Sd4 Tc1 33. Td3 und nun stand der weisse Turm nur noch nutzlos auf diesem Feld. Die dritte Reihe kann er nicht verlassen, weil das zu viele Bauern kostet, und auf dieser Reihe nimmt ihm der zu stark platzierte Springer auf e4 alle Felder. Schwarz verstärkte in der Folge seine Position und brachte den Vorteil sicher nach Hause.
Auch Sandor unterliefen ein paar Ungenauigkeiten und auch er musste sich lange Zeit mit einer aussichtslosen Stellung plagen.
12. Kh2? ist schon ein Fehler, da Schwarz die Gegenüberstellung des Turms auf h8 mit dem König ausnutzen kann. Es folgte 12. … Sg4+ 13. Kh1 Sxe3 14. Dxe3 Lxh3 15. f5 Lg4 16. fxg6? h4 17. gxf7+ Kf8 18. Kh2 Le5 und Schwarz steht auf Gewinn. Es folgten noch einige Züge, aber es war bereits nichts mehr zu retten.
Zu guter Letzt musste auch Jörg die Waffen strecken. In einer taktischen Position hatte Weiss die besseren Chancen auf seiner Seite, sah aber die entscheidende Fortsetzung nicht.
Weiss spielte 28. Df6. Ein „Knaller“, aber nicht der beste Zug. Nach 28. Tg1 Lxb2 29. Sg6+ Kg8 30. Dc4+ Kg7 31. Se5+ nebst Damengewinn hat Weiss entscheidenden Vorteil. Nach dem Textzug spielte Jörg 28. … Tg8. Hier hat Weiss immer noch einen sofortigen Gewinn mit 29. Df7 Dd8 30. Lxg7 Txg7 31. Df6 Se5 32. Sg6+, aber Weiss übersah diese Variante. Die Abwicklung aus der Partie lässt Weiss dennoch mit einem Mehrbauern und einem technisch gewonnen Endspiel zurück. Es folgte 29. Dxg7+ Txg7 30. Tc8+ Dxc8 31. Sxc8 Kg8 32. Lxg7 Kxg7 33. Sxa7. Den Vorteil liess sich Weiss nicht mehr nehmen und konnte nach über 4 Stunden Spielzeit schliesslich den vollen Zähler für sich verbuchen.
Die 2 – 4 Niederlage ist ein deutliches Ergebnis, aber an diesem Tag haben wir wirklich kein Bein aufs Brett gebracht. Hoffentlich gelingt uns in der Folgerunde mehr.
Mike Jäger / ML
3. Runde: SKKB 1 – Echallens 2 3 : 3
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Igor Yarmonov (w) | 2332 | – | Gabriel Jülg | – | 1 : 0 |
| 2 | Hansjürg Känel (s) | 2235 | – | Colin Cordey | 1971 | 1 : 0 |
| 3 | Mike Jäger (w) | 2116 | – | Wissam Pheng | 2053 | 0 : 1 |
| 4 | Sandor Kaszas (s) | 2024 | – | Cédric Grillon | 2001 | 0 : 1 |
| 5 | Jörg Brauchli (w) | 1927 | – | Sacha Laffely | 1861 | 1 : 0 |
| 6 | Marc Tillmann (s) | 1942 | – | Julien Coletta | 1864 | 0 : 1 |
Haarscharf an der Niederlage vorbeigeschrammt
Gegen die sehr junge Vertretung von Echallens waren wir nominell wohl der Favorit, davon war aber überhaupt nichts zu sehen. Die Routiniers sicherten am Ende die Punkte, eine glückliche Figur haben wir dabei sicherlich nicht gemacht.
Der Start in die Begegnung war sozusagen wegweisend. Marc stand mit Schwarz ausgangs der Eröffnung schon schlechter, als ihm dann in folgender Stellung der bereits entscheidende Fehler unterlief:
Er selbst meint dazu „Hier stehe ich schon schlechter. Nach 18…. Lxf6?? dauert die Partie jedoch nur noch 4. Züge.“ In der Tat ist die schwache Diagonale h2-b8 entscheidend, und so blieb nichts weiteres, als sich nach 19. exf6 Dd7 20. Se5 De8 21. Sxc6 Lxc6 22. De5 dem Unvermeidlichen zu fügen.
Auch bei Sandor mit Schwarz sah es leider nicht viel besser aus. Ein Bauernopfer brachte nicht genügend Kompensation, stattdessen erlangte eher Weiss die Initiative. Die abgebildete Position ist schon verloren:
Der weisse Bauer auf g7 ist eine Macht. Nach 23. Lh5 Txe4 24. f6 Te5 25. Tad1 Sc2 26. Tc1 Se3 27. Txc7 droht das Läufermatt auf f7, wogegen nichts mehr zu erfinden ist, ausser entscheidender Materialverlust. Schwarz gab auf und wir lagen schon recht früh 0-2 zurück.
Von Anfang an spielte Jörg in seiner Partie auf Verwicklungen und gab früh einen Bauern, um Spiel gegen den schwarzen König zu erhalten. Gerechtfertigt war das Opfer objektiv nicht, aber es stellte seinen Gegner vor nicht wenige praktische Probleme. Das Material war bald zurückgewonnen und noch ein paar Züge später war Schwarz total überspielt.
Der Rechner gibt hier entscheidenden weissen Vorteil an, da der Läufer auf e6 nach 33. Lc4 nie ohne Materialverlust aus der Fesselung entfernt werden kann. Es folgte eher ein Verzweiflungsversuch mit 33. … d3 34. cxd3 Td4+. Nach 35. Kg3 ist die schwarze Lage hoffnungslos, allerdings wählte Weiss die schwächere Fortsetzung 35. Te4 Txe4+ 36. dxe4 Lxc4 37. bxc4. Das Turmendspiel mit Mehrbauern ist für Weiss wohl auch gewonnen, aber die Aufgabe war so noch um einiges schwieriger. Den technischen Teil löste Jörg aber souverän und unser Rückstand hatte sich ein wenig verkleinert.
Hansjürg opferte in der Eröffnung einen Bauern und erhielt gutes Spiel. Mehr als der Rückgewinn des Bauern war aber letztlich nicht zu holen, und so ging die Partie in die Verlängerung. Hier unterliefen seinem Gegner ein paar Ungenauigkeiten und er verlor einen Bauern. Das Endspiel sollte wahrscheinlich immer noch Remis sein, aber mit immer knapper werdender Zeit war die korrekte Verteidigung sehr schwierig. Die Partie endete schliesslich mit einem Turmeinsteller, womit wir den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2-2 hergestellt hatten.
Wenig zusammen lief an diesem Tag für Mike mit Weiss. Im Mittelspiel übersah er eine vorteilhafte Abwicklung, die einen Bauern gewonnen hätte und wohl auch den Partiegewinn. Das wiederholte sich ein paar Züge später und so kam es, wie es kommen musste. Kurz vor der Zeitkontrolle manövrierte er sich in eine unglückliche Position, die seinem Gegner eine schöne Abwicklung erlaubte, mit der er zwei verbundene Freibauern auf dem Damenflügel erhielt. Langfristig waren diese nicht aufzuhalten, daher gab Weiss eine Figur, ohne Erfolg.
Um nicht verpassten Chancen nachzutrauern, wird hier lieber die schöne Schlusskombination von Schwarz gezeigt. Der Turm ist angegriffen, der Bauer auf g4 auch, es droht Ungemach auf f2 und die Zeit war auch knapp. Auf den ersten Blick scheint 53. Td2 noch das Schlimmste zu verhindern, aber hier fand der Nachziehende 53. … Txf5!, wonach Weiss aufgab. Der Td2 verstellt dem König das Fluchtfeld, nach 54. gxf5 Dg4+ 55. Kf1 Dg2+ 56. Ke1 Dg1# wäre die Partie ohnehin vorbei.
Den Ausgleich holte am Ende Igor mit Weiss in einer sehr solide gespielten Partie. Sehr früh schon erreichte er einen Vorteil und hatte dann mit Mehrbauern und Läuferpaar eine technisch gewonnene Position.
Die Umsetzung ist sehr sehenswert. Die schwarzen Figuren sind gebunden, der schwarze König hat wenig Felder. Die Schaffung einer zweiten Schwäche ist das Ziel, und so folgte 50. h5 gxh5 51. Lf8 (der Bauer läuft nicht weg, man kann erst in Ruhe die Stellung der Figuren verbessern und dem König noch mehr Felder nehmen). 51. … La8 52. Lxh5 Lb7 53. g4 fxg4 54. Lxg4 Kg6 55. Ld7 La8 56. Le8+ Kh7 57. f5 und Weiss kann nun an beiden Flügeln spielen. Dagegen ist Schwarz machtlos, kurze Zeit später musste er die Partie aufgeben. Souverän gespielt!
Damit haben wir uns in ein glückliches 3-3 gemogelt und so immerhin noch einen Mannschaftspunkt ergattert.
Mike Jäger / ML
2. Runde: Lausanne Grand Echiquier – SKKB 1 3 : 3
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Jonathan Monteverde | 2102 | – | Igor Yarmonov (s) | 2332 | 0.5 : 0.5 |
| 2 | Pierpaolo Ranieri | 1946 | – | Hansjürg Känel (w) | 2235 | 1 : 0 |
| 3 | Sébastien Vasey | 2000 | – | Marc Tillmann (s) | 1942 | 0 : 1 |
| 4 | Guillaume Chauvon | 2058 | – | Mike Jäger (w) | 2116 | 0 : 1 |
| 5 | Jean-Manuel Segura | 2026 | – | Jörg Brauchli (s) | 1927 | 1 : 0 |
| 6 | Goncalo Verela Tavares | 2034 | – | Sandor Kaszas (w) | 2024 | 0.5 : 0.5 |
Hart umkämpftes Unentschieden in Lausanne
Bei eisiger Kälte und Sonnenschein machten wir uns auf den Weg nach Lausanne. Uns war klar, dass uns ein hartes Match erwarten würde, was sich dann auch so bewahrheitet hat.
Hansjürg spielte seine Partie souverän und erlangte eine klar bessere Stellung. Der Läufer seines Gegners auf b4 schien verloren, und um ihn zu retten musste Schwarz allerlei Zugeständnisse an die Position am Damenflügel machen. Schliesslich entstand eine für Weiss wohl gewonnene Stellung, in der ihm dann aber einige Fehler den Vorteil und am Ende sogar die Partie kosteten. Kein guter Start in die Begegnung.
Einige Zeit später konnte Mike ausgleichen. Etwas ungewohnt ging es in der Partie eher taktisch zu, auch wenn nur noch wenige Figuren auf dem Brett standen. Auch hier stand ein schwarzer Läufer schlecht, was Weiss erlaubte, eine angenehme Position zu erreichen. Mit wenig Zeit unterlief Schwarz dann ein Fehler, der einen Bauern kostete. So kam es zu folgender Position, mit knapper Zeit für beide Spieler:
Schwarz will den Bauern auf a2 abholen und dann auf den Trumpf seiner zwei Freibauern am Damenflügel setzen. Das ist aber zu langsam, denn der weisse d-Bauer ist schon sehr gefährlich. Es folgte 31. d6 Le6 32. e5! g4? 33. Ld5 Kf7 34. Lb3! Lxb3 35. d7 und Weiss bekommt eine Dame. Allerdings ist das in der knappen Zeit sehr schwierig zu berechnen, da Schwarz nach 35. … De4 Möglichkeiten zum Dauerschach hat. Die Gewinnoption kann man leicht übersehen: 36. d8(D) Db1+ 37. Kg2 De4+ 38. f3! und wenn die Dame schlägt, versteckt sich der weisse König auf g1. Schwarz hat kein Schach mehr und gab auf, wonach es 1-1 stand.
Am Nebenbrett konnte auch Marc ein wenig später den vollen Punkt einfahren. Er spielte eine grundsolide Partie und noch vor der Zeitkontrolle unterlief seinem Gegner dann in den von ihm eingeleiteten Verwicklungen ein schwerer Fehler:
Weiss hatte im Sinn, dass der Läufer auf g6 indirekt gedeckt ist, d.h. nach Sxg6 die Figur mit f5 zurückgewonnen werden kann. Nach 34. Kh1 stimmt das auch, da z.B. 34. … De1+ 35. Lg1 Sxg6 36. f5 folgen könnte. Es kam aber anders: „Zu meiner Überraschung spielt hier Weiss 34. Kh3? Dies kostet 1 Figur und somit die Partie.“, was die Zugfolge 34. … Sxg6 35. Lg1 Df1+ 36. Kh2 Dxf4+ zeigt. Weiss spielte zwar noch einige Züge weiter, aber der Ausgang der Partie war nicht mehr zu ändern. Somit 2-1 Führung für uns.
Erst nach der Zeitkontrolle gab es dann die nächste Entscheidung. Jörg spielte mit Schwarz aktiv, allerdings etwas ungenau, wobei auch sein Gegner nicht immer die besten Züge fand. So wechselte der Vorteil mehrfach hin und her, und es entstand eine Position mit schwarzer Mehrqualität, aber zwei Mehrbauern auf Seite des Anziehenden.
Schwarz hätte hier die Schwäche des Springers auf e3 energisch ausnutzen und 30. … Lg7 spielen müssen. Er begnügte sich nun aber mit einer passiven Spielweise, was ihm nach 30. … Kb8 31. e5 Lg7 32. Dd4 Dxd4 33. Lxd4 Sf8 34. Sd5 Se6 35. Le3 Td8 36. Lg4 eine furchtbare Position hinterliess, in der die weissen Bauern nun langsam ins Rollen kommen und der schwarze Turm keine Wirkung entfalten kann. Den Vorteil verwertete Jörgs Gegner dann langsam in einen vollen Punkt und der Zwischenstand lautete 2-2.
Bei noch zwei laufenden Partien musste nun also noch mindestens 1 Punkt her, wenn wir nicht verlieren wollten. Einen halben Zähler steuerte Igor zu diesem Ziel bei, der in seiner langen Partie mit Schwarz in ein Turmendspiel abwickeln musste, in dem er zwar einen weit vorgerückten Bauern besass. Die Position entspringt meiner Erinnerung beim Zuschauen und mag daher nicht ganz genau sein (auch hinsichtlich der Zugzahl), aber die Idee sollte deutlich werden.
Weiss am Zuge kann hier den f-Bauern schlagen, das Endspiel ist Remis, da der weisse f-Bauer am Ende den schwarzen Turm kosten wird. Es folgte 1. Txf4 Tc7+ 2. Kd3 b4 3. Tb5 b3 4. Ke4 b2 5. f5 Tc3 6. Txb2 Kxb2 7. f6 Tc8 8. Ke5 usw. mit baldiger Punkteteilung.
Die Entscheidung musste also in der Partie von Sandor fallen. Mit einem Qualitätsopfer hatte er zwei verbundene Freibauern am Damenflügel erhalten, die drohten, sich entscheidend in Bewegung zu setzen. Schwarz musste seinerseits die Batterie der Schwerfiguren so einsetzen, dass dies nicht möglich war. So kam es dann mit beiderseits weniger als 10 Minuten auf der Uhr zu folgender Stellung:
Weiss kann hier ruhigen Gewissens die Dame mit 51. Df8 zum Tausch anbieten, da der schwarze Turm bei einem so weit entfernt stehenden König gegen den a- und b-Bauern machtlos wäre. Schwarz spielte nun 51. … Dd7+ und hier wäre die Möglichkeit gewesen, mit 52. b5 die Blockade zu durchbrechen. Die Dame deckt den Läufer, und mit 53. Kb4 kann sich Weiss konsolidieren, wonach die Bauern entscheiden, z.B. 52. b5! De6 53. Ka3 Dd7 54. Dd6. Leider übersah Sandor diese Möglichkeit und riskierte enorm viel, um vielleicht dennoch in Verwicklungen den Sieg finden zu können: 52. Kb3? Db5 53. Dd6 Dxd3+ 54. Ka4 Tb7? 55. a6 Dc2 und Schwarz muss nun Dauerschach geben. Eine aufregende Partie, die uns letztlich ein 3-3 einbrachte.
Mit dem Ergebnis können wir sicherlich zufrieden sein, allerdings ist es schon ein wenig ärgerlich, wenn man unterwegs die ein oder andere Chance hat liegenlassen.
Mike Jäger / ML
1. Runde: SKKB 1 – Schwarz-Weiss Bern 2 4.5 : 1.5
| Brett | Name | Elo | Name | Elo | Resultat | |
| 1 | Hansjürg Känel (w) | 2234 | – | Nicolas Curien | 2158 | 1 : 0 |
| 2 | Igor Yarmonov (s) | 2327 | – | Nikash Urwyler | 2073 | 1 : 0 |
| 3 | Sandor Kaszas (w) | 2012 | – | Frank Holzgrewe | 1880 | 0 : 1 |
| 4 | Mike Jäger (s) | 2115 | – | Stefan Schmied | 1813 | 1 : 0 |
| 5 | Marc Tillmann (w) | 1953 | – | Charles Duong | 1686 | 0.5 : 0.5 |
| 6 | Jörg Brauchli (s) | 1912 | – | Kjartan Ingvason | 1400 | 1 : 0 |
Gelungener Start in die neue SGM-Saison
In der ersten Runde der SGM Saison 2025/26 hatten wir die zweite Mannschaft von Schwarz-Weiss Bern zu Gast. Nominell waren wir an allen Brettern klar besser aufgestellt, aber es sollte lange dauern, bis wir das in etwas Zählbares verwandeln konnten. Am Ende stand aber ein deutlicher Sieg, den wir im Anschluss noch beim gemeinsamen Essen gefeiert haben.
Jörg mit Schwarz hatte den nominell leichtesten und jüngsten Gegner, ging aktiv zu Werke und konnte nach dem gierigen Bauernraub seines Gegenübers folgende Bilderbuchstellung erreichen:
Der Punkt f2 ist nicht zu verteidigen, die weisse Stellung wird kollabieren, und Schwarz hätte nun am einfachsten mit 22. … Db6 fortgesetzt. Nicht ganz so genau war der Partiezug 22. … e4, da er dem weissen Springer das Feld d4 einräumt, auf dem er zudem die Diagonale a7-g1 verstellen kann. Für den Gewinn reicht es aber dennoch! Nach 23. Lc2 Db6 24. Dxh7?? Txf2 25. Sd4 Txe2 26. Lb3 Txb2 gab Weiss schliesslich auf.
Hansjürgs Partie ist schnell beschrieben: Sein Gegner opferte eine Figur und es galt nun, den schwarzen Angriff abzuwehren. Das gelang schliesslich, und so verblieb Weiss mit einem satten Plus an Material und konnte den vollen Punkt einstreichen. Eine solide Leistung und vor allem ein wichtiges Ergebnis, da der Druck nun bei den Gästen lag.
Marc mit Weiss spielte wie gewohnt sehr ambitioniert und konnte sich nach ein paar Nachlässigkeiten auf beiden Seiten eine Gewinnstellung erarbeiten.
Er selbst meint hierzu: „38. Tg1 Df6, 39. Txd8 Txd8, 40. Lxe5 gewinnt locker“. Allerdings geschah in der Partie 38. Txd8, zwar immer noch mit Gewinnstellung, aber bis zum 43. Zug vergab Weiss jeglichen Vorteil. Danach wechselte der Vorteil zu Schwarz und das Ende der Partie war dann schon kurios: ein irregulärer Zug, ein wenig Diskussion, Zeitgutschrift und Weiterspielen. In der allgemeinen Verwirrung wollten dann beide Seiten ihr Glück nicht mehr weiter strapazieren und man einigte sich auf die Punkteteilung. Damit stand es 2.5 – 0.5 für uns.
Auch Sandor erreichte mit Weiss eine sehr aktive Stellung und spielte mit reichlich Zeitvorteil in folgender Stellung
den leicht zu übersehenden Gewinnzug 27. Sxh5+! Die Stellung bleibt aber kompliziert, und nach 27. … gxh5 hätte nun 28. Tf6! folgen müssen. Leider verpasste Weiss diese Chance und spielte 28. Lxh7, wonach Schwarz die Position mit genauen Zügen halten kann. Der enorme schwarze Zeitnachteil liess hoffen, dass dies nicht gelingen würde, aber leider kam es sogar noch schlimmer: Weiss verzettelte sich und machte seinerseits einen Fehler, wonach Schwarz nach der Zeitkontrolle die Partie sogar gewinnen konnte. Eine schmerzliche Niederlage, bei der der Wagemut und die schöne Kombination nicht zum Erfolg führten.
Nach seinem Einsatz in Astana bei der Olympiade für Menschen mit Behinderung war Igor wieder zurück und spielte mit Schwarz eine seiner typischen Positionspartien. Lange Zeit war die Position ausgeglichen, doch am Ende unterlief seinem Gegner in komplizierter Stellung der entscheidende Fehler. Konkret:
Nach dem letzten Zug von Schwarz 43. … Tf1 ist die Stellung gleich, aber Weiss muss den einzigen Zug 44. Dd3 finden. Er spielte aber 44. De3?? und danach geht es schnell zu Ende: 44. … Sb5 (dafür hat Schwarz nun Zeit, da seine Dame nicht bedroht ist, mit der Idee, dass auf das lästige Damenschach auf a4 der Turm nur unter Qualitätsverlust dazwischen ziehen kann) 45. Lxg7 Da4+ 46. Ta3 Sxa4 47. bxa3 Dc2+ 48. Lb2 Td1 und Schwarz steht total auf Gewinn, da gegen die Drohung Td3 mit Schach auf b3 und dann Turmschach auf d1 kein Kraut mehr gewachsen ist.
Am Ende sass wie meistens noch Mike mit Schwarz am Brett. Nachdem er ein Remisangebot seines Gegners in ausgeglichener Stellung abgelehnt hatte, war die Position lange Zeit gleich und selbst ein Bauerngewinn im Endspiel änderte daran nichts. Mit zunehmend weniger Zeit auf der Uhr griff dann Weiss aber fehl
Es muss hier 57. Tb8 geschehen, wonach Weiss noch die technische Aufgabe lösen muss, das Endspiel gegen den e-Bauern zu halten, was objektiv Remis ist. Stattdessen folgte aber der ungenaue Zug 57. Tb3, was 57. … Ta1 erlaubt. Nun steht Schwarz schon besser, nach 58. Tb4 Tf1 59. e4+?? sogar auf Gewinn, da einfach 59. … Kg5 60. Tb5 Tf3+ 61. Kg2 Kf4 folgte. Die Stellung mit zwei Minusbauern ist nicht mehr zu halten, daher streckte Weiss die Waffen.
Mit dem 4.5 – 1.5 Sieg haben wir die erste Aufgabe der Saison gut gemeistert, was uns hoffentlich auch Auftrieb für Runde zwei geben wird.
Mike Jäger / ML