Vom 23. – 25. Oktober 2026 fand erstmals das „Bubenberg Open“ statt: ein Wochenendturnier mit 5 Runden, die erste am Freitagabend, dann je zwei am Samstag und Sonntag. Das neue Format sollte dazu dienen, echte Turnieratmosphäre zu erzeugen, und natürlich möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzulocken. Als Turnierlokal diente das kirchliche Zentrum St. Josef, Stapfen Köniz.
10 Teilnehmer:Innen kämpften um den ersten Platz: Christoph Bigler legte den Grundstein zum Turniersieg bereits am Freitagabend, als er in einer sehenswerten Partie mit Schwarz den Favoriten Mathias Leutwyler bezwang (s. die Analyse unten von Mathias). Silber und Bronze gehen an Mathias Leutwyler und Nicolas Burri.
Modus:
– 5 Runden Schweizer System
– Bedenkzeit: 60 Minuten + 30 Sek. pro Zug, für die ganze Partie
– Notationspflicht
Rangliste
| Rang | Name | Attr. | TWZ | Verein | S R V | Punkte | Buchholz | BuSum |
| 1 | Bigler Christoph | 1563 | Köniz Bubenberg | 4 1 0 | 4.5 | 13.0 | 68.5 | |
| 2 | Leutwyler Mathias | 2028 | Köniz Bubenberg | 4 0 1 | 4.0 | 14.5 | 68.0 | |
| 3 | Burri Nicolas | 1681 | Köniz Bubenberg | 3 0 2 | 3.0 | 15.5 | 61.5 | |
| 4 | Cagil Roni | J, U-18 | 1566 | Köniz Bubenberg | 3 2 1 | 3.0 | 15.0 | 61.5 |
| 5 | Cagil Robin | J, U-16 | 1498 | Köniz Bubenberg | 2 1 2 | 2.5 | 11.0 | 61.5 |
| 6 | Pekdogan Taylan | J, U-16 | 1665 | Köniz Bubenberg | 2 1 2 | 2.5 | 9.5 | 66.0 |
| 7 | Held Hans | S | 1798 | Köniz Bubenberg | 2 0 3 | 2.0 | 13.5 | 64.0 |
| 8 | Künzi Emilie | Köniz Bubenberg | 1 2 2 | 2.0 | 11.0 | 62.5 | ||
| 9 | Härdi Urs | 1595 | Köniz Bubenberg | 0 2 3 | 1.0 | 9.5 | 57.5 | |
| 10 | Rüfli Simone | 1400 | Köniz Bubenberg | 0 1 4 | 0.5 | 12.5 | 54.0 |

Blick in den Turniersaal: stiller als in einer Kirche!

Das Teilnehmer:Innen-Feld…

….und die drei Erstplatzierten (Rang 1: Christoph (Mitte), Rang 2: Mathias (rechts), Rang 3: Nicolas (links)
Mathias Leutwyler – Christoph Bigler 0 : 1
1. e4 e5; 2. f4 Sf6; 3. Sc3 d5; 4. exd5 exf4; 5. Lc4 Lb4; 6. Sf3 0-0; 7. 0-0 c6
Schwarz opfert aktiv einen Bauern und darf mit dem Eröffnungsverlauf mehr als zufrieden sein.
8. dxc6 Sxc6; 9. Se2 Lg4; 10. d4 Te8?!
Ein offensichtlicher Zug, der erstaunlicherweise ein Fehler ist. 10. …Lxf3! mit der Idee 11. Txf3 Se5! hätte Schwarz den Vorteil in einer hochkomplexen und spassigen Stellung bewahrt.
11. c3 La5; 12. Lxf4 Lc7
Nun steht Weiss plötzlich besser. Doch die Stellung bleibt wild, kompliziert und vor allem spassig!
13. b4 Tc8!
Tc8 zeigt, dass b4, gefolgt von Db3, der falsche Plan ist. Der schwache weisse König und die c-Linie geben Schwarz Gegenspiel. 13. Lg5 wäre einfacher und besser gewesen.
14. Db3? Txe2?!
Schwarz will sich nicht herumschubsen lassen, doch 14. … Lxf3 wäre besser gewesen und hätte zu einer hochgradig unklaren Stellung geführt.
15. Lxc7 Txg2+; 16. Kxg2 Dxc7; 17. Tae1 Dd7
Weiss hat mit Tae1 das Opfer auf f7 vorbereitet und kann nun der Verlockung nicht widerstehen, 18. Kh1 wäre jedoch die deutlich bessere Fortsetzung gewesen.
18. Lxf7?! Kh8?!
Dem Computer gefällt der Zug nicht. Schwarz möchte aber verständlicherweise die Damen nicht tauschen. Eine lustige Variante wäre beispielsweise: 18. … Dxf7; 19. Dxf7 Kxf7; 20. Se5+ Kg8; 21. Sxg4 Sxg4; 22. d5 Se5. Der Springer hat kein anderes Feld. Auf 22. … Sd8 folgt Te8 matt. Anschliessend sichert 23. h3 Weiss einen leichten Vorteil.
19. Le6 Lxe6; 20. Dxe6 Dc7; 21. Sg5 Tf8; 22. Te3 Sd8; 23. De5 Dd7
Schwarz weicht konsequent dem Damentausch aus, und der weitere Partieverlauf gibt ihm recht.
24. Df5 Dc6+; 25. d5 Dc4; 26. Th3 h6; 27. De4??
Der Hochmut des Weissen wird unerträglich. Er glaubt, sein babylonischer Turm auf f1 reiche bis zum Himmel, weil er auf Grund der Fesselung auf der f-Linie das Schlagen seiner Dame verhindert…
27. … Dxf1!!
Boooom!!! Blitz und Donner – und Babylon liegt in Trümmern.
28. Kxf1 Sxe4+ 0 : 1
Gratulation an Christoph! Das Vereinsturnier ist lanciert, und Christoph geht in Führung!
Analyse von Mathias Leutwyler